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Seen, Weiher und Bergseen im Allgäu
Zwischen Bodensee-Hinterland und Lech liegen weit über hundert stehende Gewässer: eiszeitliche Voralpenseen, dunkle Moorweiher, Stauseen aus dem 20. Jahrhundert und kleine Karseen hoch oben in den Allgäuer Alpen.
Dieses Verzeichnis stellt 60 davon vor – mit Lage, Charakter, Badestellen und dem, was man vor dem Besuch wissen sollte.
Welcher See passt zu Ihrem Tag?
Baden
Warme Voralpenseen, Moorweiher und Strandbäder – mit Hinweisen zu Wasserqualität und Badestellen.
Badeplätze & Temperaturen →Bergseen
Schrecksee, Engeratsgundsee, Seealpsee: Ziele für eine lange Wanderung, nicht für die Badehose.
Touren zu den Bergseen →Moore & Natur
Riedsee, Bannwaldsee, Widdumer Weiher: Schilf, Streuwiesen und seltene Arten.
Zum Wurzacher Ried →Seen im Winter
Abgesenkter Forggensee, Eisflächen, Winterwege rund um die Ufer.
Winter am See →
Vier Seenlandschaften
Das Allgäu hat keine klaren Grenzen – für das Verzeichnis ordnen wir die Gewässer vier Gegenden zu, die sich in Landschaft und Charakter deutlich unterscheiden.
Ostallgäu & Königswinkel
Forggensee, Hopfensee, Alatsee und die Seen unter den Königsschlössern.
Oberallgäu & Kempten
Großer Alpsee, Rottachsee, Niedersonthofener See – und die Bergseen der Allgäuer Alpen.
Unterallgäu & Wertachtal
Badeweiher und stille Wertach-Stauseen rund um Bad Wörishofen und Bad Grönenbach.
Württembergisches Allgäu
Moorseen im Wurzacher Ried, Badeweiher um Leutkirch und Kißlegg.
Warum das Allgäu so viele Seen hat
Die meisten Allgäuer Seen verdanken ihre Form der letzten Eiszeit. Aus den Tälern von Iller, Wertach und Lech schoben sich breite Gletscherzungen ins Vorland, hobelten Becken aus und schütteten an ihren Rändern Moränenwälle auf. Als das Eis abschmolz, füllten sich die Mulden mit Wasser. Manche Seen sind Reste viel größerer Wasserflächen: Hopfensee und Bannwaldsee etwa gelten als Überbleibsel des nacheiszeitlichen Füssener Sees, der das ganze Becken vor den Ammergauer und Tannheimer Bergen ausfüllte. Andere entstanden über liegen gebliebenen Toteisblöcken, wie der Sulzberger See südlich von Kempten.
Dazu kommt, was Menschen geschaffen haben. Schon im Mittelalter legten Klöster und das Fürststift Kempten Fischweiher an; der Bachtelweiher in Kempten geht auf das 13. Jahrhundert zurück, der Schwaltenweiher ließ Kaiser Maximilian I. 1514 aufstauen. Im 20. Jahrhundert folgten die großen Speicher: der Forggensee 1954, der Grüntensee 1962, der Rottachsee 1992. Heute sind sie Stromspeicher, Hochwasserpuffer und Badeseen zugleich – mehr dazu im Ratgeber Stauseen im Allgäu.
So ist das Verzeichnis aufgebaut
Die größeren und bekannteren Gewässer haben einen eigenen Steckbrief: Lage, Entstehung, Baden und Freizeit, Naturschutz und ein paar Dinge, die man nicht in jedem Prospekt liest. Kleinere Weiher sind auf den vier Regionsseiten mit einem Kurzporträt aufgeführt – oft sind es stille Gewässer, an denen man besser nur vorbeiwandert. Das Register A–Z listet alle 60 Einträge mit Höhe, Fläche und dem Hinweis, ob es eine Badestelle gibt.
Die Angaben stammen aus amtlichen Quellen, Nachschlagewerken und eigener Recherche; Zahlen zu Fläche und Tiefe sind gerundet. Wo wir etwas nicht sicher belegen konnten, lassen wir es weg. Welche Quellen wir nutzen, steht unter Quellen & Links.
Die größten Seen im Überblick
| Gewässer | Typ | Region | Höhe | Fläche | Baden |
|---|---|---|---|---|---|
| Forggensee | Stausee | Ostallgäu | 780 m | 1.520 ha | Badestelle |
| Rottachsee | Stausee | Oberallgäu | – | 296 ha | Badestelle |
| Großer Alpsee | Natursee | Oberallgäu | 725 m | 247 ha | Badestelle |
| Bannwaldsee | Natursee | Ostallgäu | 786 m | 228 ha | Badestelle |
| Hopfensee | Natursee | Ostallgäu | 784 m | 194 ha | Badestelle |
| Niedersonthofener See | Natursee | Oberallgäu | – | 135 ha | Badestelle |
Aus dem Ratgeber
Baden im AllgäuWelcher Allgäuer See ist wann warm genug, wo gibt es Badestellen und FKK-Bereiche, und worauf man bei Gewitter, Wind und Schilf achten sollte.
Wasserqualität der Allgäuer SeenWie Badegewässer im Allgäu überwacht werden, was die Einstufung bedeutet, woher Blaualgen und Badedermatitis kommen und wo es aktuelle Messwerte gibt.
Wandern zu den Bergseen im AllgäuSchrecksee, Engeratsgundsee, Seealpsee, Gaisalpseen und Rappensee: Wanderungen zu den Bergseen der Allgäuer Alpen, mit Zustiegen, Regeln und Tipps.
Fragen zu den Allgäuer Seen
Welcher ist der größte See im Allgäu?
Der größte ist der Forggensee bei Füssen mit rund 15 Quadratkilometern – ein Stausee des Lechs. Der größte natürliche See ist der Große Alpsee bei Immenstadt mit knapp 250 Hektar.
Welcher Allgäuer See ist am wärmsten?
Flache Voralpenseen erwärmen sich am schnellsten. Der Hopfensee gilt als einer der wärmsten Seen im Vorland; auch Moorseen wie der Elbsee werden früh im Jahr angenehm. Bergseen bleiben dagegen den ganzen Sommer über kalt.
Welcher See liegt am höchsten?
Unter den Gewässern im Verzeichnis liegt der Hochalpsee im Kleinwalsertal mit rund 1.970 Metern am höchsten, auf deutscher Seite der Engeratsgundsee mit 1.876 Metern.