
Lage und Geologie
Der Engeratsgundsee liegt am Osthang des Großen Daumens, in der Daumengruppe zwischen Oberstdorf und Hinterstein. Er ist in die sogenannten Allgäuschichten eingebettet, Gesteine aus der Jurazeit, die leicht verwittern und grüne, grasige Hänge bilden. Oberhalb des Sees beginnen die härteren Schichten aus Hauptdolomit, die die Gipfel formen. Wegen dieser geologischen Besonderheit hat das Bayerische Landesamt für Umwelt den See als bedeutendes Geotop eingestuft.
Zustiege
Der übliche Weg führt über die unbewirtschaftete Käseralpe auf gut 1.400 Metern. Sie ist vom Giebelhaus, vom Engeratsgundhof oder von der Schwarzenberghütte im Ostrachtal erreichbar. Deutlich seltener begangen wird der direkte Weg von Hinterstein über die Möslealpe, das obere Tosenbachtal und die Nickenalpen durch das „Türle“, einen Übergang zwischen Hengst und Daumengruppe.
Viele Bergsteiger kommen von der anderen Seite: Vom Edmund-Probst-Haus an der Bergstation der Nebelhornbahn führt ein Weg durch das Koblat, eine karge Karstlandschaft, zum See. Diese Strecke dient oft als Rückweg nach dem Hindelanger Klettersteig.
Am See
Der See liegt in einem grasigen Kessel unter den Felsen der Daumengruppe. Das Wasser ist klar und kalt. Wie am Schrecksee gelten die Regeln des Naturschutzgebiets Allgäuer Hochalpen: kein Zelten, kein Feuer, keine Drohnen.
Im Vergleich zum Schrecksee ist es hier meist etwas ruhiger.
Kombinieren
Wer mit der Nebelhornbahn hinauffährt, kann den Engeratsgundsee mit dem Seealpsee oder den Gaisalpseen zu einer langen Tagestour verbinden. Vorschläge dafür stehen im Ratgeber Bergseen im Allgäu.
Planung
Für den Engeratsgundsee sollte man einen ganzen Tag einplanen. Mit der Nebelhornbahn spart man sich den langen Aufstieg aus dem Tal und startet vom Edmund-Probst-Haus. Von dort geht es durch das Koblat zum See und über die Käseralpe hinab ins Ostrachtal zum Giebelhaus, von wo ein Bus nach Hinterstein fährt – eine abwechslungsreiche Überschreitung. Wer aus dem Ostrachtal aufsteigt, rechnet mit mehreren Stunden über die Käseralpe.
Beste Zeit
Die Saison beginnt, wenn der Schnee im Koblat geschmolzen ist, meist ab Juni, und reicht bis in den Oktober. Im Frühsommer liegen oft noch Schneefelder in schattigen Rinnen. Früh starten ist wichtig: Im Sommer ziehen am Nachmittag oft Gewitter auf, und die Wege über dem See bieten wenig Schutz.
Das Koblat
Das Koblat ist eine karge Hochfläche aus Kalk zwischen Nebelhorn und Großem Daumen, durchsetzt mit Dolinen, Karren und kleinen Tümpeln. Durch den Kalk versickert das Wasser schnell; nur wo tonige Schichten dichten, bleiben kleine Seen stehen. Wer genau hinschaut, sieht, wie Wasser, Kalk und Frost die Landschaft formen.
Häufige Fragen
Wie kommt man am einfachsten zum Engeratsgundsee?
Am häufigsten von der Bergstation der Nebelhornbahn durch das Koblat oder aus dem Ostrachtal über die Käseralpe. Beide Wege sind Bergwege.


