
Lage
Der See liegt an der Straße von Füssen nach Pfronten und ist von beiden Orten aus schnell erreicht. Nach Süden steigt das Gelände zum Falkensteinkamm an, der die Grenze zu Tirol bildet; nur gut einen halben Kilometer hinter dem Südufer, getrennt durch zwei bewaldete Kuppen, liegt der Alatsee. Viele verbinden beide Seen zu einer Wanderung.
Am Nordufer liegt der gleichnamige Ort Weißensee, eine bis 1978 selbstständige Gemeinde, die heute zu Füssen gehört. Sie bestand nie aus einem geschlossenen Dorf, sondern aus rund zwei Dutzend kleinen Ortsteilen und Weilern verstreut über die Hänge.
Woher der Name kommt
Zwei Erklärungen sind im Umlauf: Entweder schimmerte das Ufer durch abgelagerten Kalk weiß, oder der Name geht auf einen Alemannen namens Wizo zurück, der sich hier um das Jahr 600 niedergelassen haben soll. Urkundlich greifbar wird der Ort im 12. Jahrhundert. Schon 753 soll der fränkische König Pippin den See samt Umland dem Augsburger Bischof zugunsten der Klosterzelle St. Mang in Füssen vermacht haben. Nach vielen Besitzerwechseln kaufte die Stadt Füssen den See 1928 samt Fischereirecht aus privater Hand.
Zwei Kirchen über dem Wasser
Direkt über dem See steht die Pfarrkirche St. Walburga, umgeben von ihrem Friedhof. Der untere Teil des Turms ist noch romanisch, das Innere wurde im Barock umgestaltet. Sehenswert ist der Choraltar von 1715, ein Werk von Dominikus Zimmermann, der später die Wieskirche baute. Etwas versteckt oberhalb des Westufers steht die kleine Filialkirche St. Nikolaus in Oberkirch mit einem gotischen Chor aus dem 14. Jahrhundert.
Baden und Wandern
Der Weißensee ist ein klassischer Badesee: klares, im Hochsommer angenehm temperiertes Wasser, Wiesen am Ufer und der Blick auf Säuling, Tannheimer Berge und Falkenstein. Im Winter frieren Teile des Sees bei längerem Frost zu. Der Rundweg bietet sich zu jeder Jahreszeit an, im Sommer lässt er sich gut mit dem Aufstieg zum Alatsee verbinden.
Anreise
Der Weißensee liegt an der Straße zwischen Füssen und Pfronten, beide Orte haben Bahnanschluss. Vom Bahnhof Füssen sind es etwa vier bis fünf Kilometer, gut mit dem Rad zu schaffen. Parkplätze gibt es am Westufer und an einzelnen Stellen entlang der Straße. Busse zwischen Füssen und Pfronten halten am See.
Rund um den See
Der Rundweg ist eine leichte Runde für ein bis zwei Stunden, je nach Pausen. Er führt am Nordufer an der Kirche St. Walburga vorbei, am Westufer durch Wiesen bei Oberkirch und am Südufer ein Stück durch Wald. Von dort zweigen Wege zum Alatsee ab. Wer beides verbinden möchte, rechnet mit einem halben Tag.
Beste Zeit
Im Sommer ist der Weißensee ein klassischer Badesee für Familien. Besonders schön ist er an klaren Herbsttagen, wenn die Laubwälder an den Hängen sich färben und die Berge hinter dem See scharf zu sehen sind. Im Winter, wenn Schnee liegt, spiegeln sich bei ruhigem Wetter die weißen Gipfel im Wasser – so wie auf dem Foto oben.
Häufige Fragen
Wie kommt man vom Weißensee zum Alatsee?
Vom Südufer führen Wege in rund einer halben bis einer Stunde durch den Wald hinauf zum Alatsee. Die Strecke ist beschildert.


