
Lage
Der Bannwaldsee liegt rund viereinhalb Kilometer nordöstlich von Füssen und knapp einen Kilometer östlich des Forggensees, in den er über die Mühlberger Ach entwässert. Mit etwa 2,3 Quadratkilometern ist er etwas größer als der Hopfensee, mit dem er geologisch verwandt ist: Beide sind Reste des großen Sees, der nach der Eiszeit das Füssener Becken ausfüllte. Die Wasserfläche gehört ganz zur Gemeinde Schwangau, das Ostufer grenzt an Halblech.
Moor rundum
Große Teile des Ufers sind natürliche Verlandungszonen. Über Jahrtausende sind hier lebende Hochmoore, Niedermoore, Streuwiesen, Seggenriede, Röhrichte und Moorwälder entstanden. Am Nordufer dominieren Hochmoore, am Westufer kalkreiche Niedermoore. Das Wasser ist nährstoffmäßig im mittleren Bereich; rechnerisch dauert es gut fünf Jahre, bis es einmal vollständig ausgetauscht ist.
Der See liegt in einem rund 5,6 Quadratkilometer großen Naturschutzgebiet und ist zugleich Teil des europäischen Netzes Natura 2000. Hier leben seltene Arten wie die Helm-Azurjungfer, eine Kleinlibelle, der Skabiosen-Scheckenfalter und der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling – ein Schmetterling, dessen Raupen sich von Ameisen durchfüttern lassen.
Baden und Camping
Der Badebereich im Südosten ist abgegrenzt und von Liegeflächen umgeben. Von dort hat man einen weiten Blick über den See bis zu den Ammergauer Alpen. Durch die geschützte Lage und die Moorufer wirkt der Bannwaldsee ruhiger als der Forggensee, auch an Sommerwochenenden.
Rund um den See
Einen geschlossenen Uferweg gibt es wegen der Moore nicht, wohl aber Wege und Straßen, die den See in einigem Abstand umrunden. Mit dem Rad lässt er sich gut in eine Tour um den Forggensee einbauen, zusammen mit den kleinen Nachbarseen Hegratsrieder See, Schapfensee und Kühmoossee.
Anreise
Der Bannwaldsee liegt an der Straße von Füssen nach Steingaden, einige Kilometer nordöstlich von Schwangau. Von Füssen erreicht man ihn mit dem Rad in etwa einer halben Stunde, zum Teil auf dem Radweg um den Forggensee. Parkplätze gibt es beim Campingplatz und an der Badestelle im Südosten.
Beste Zeit
Für einen Badetag ist der Hochsommer richtig, für Naturbeobachtung eher Frühjahr und Frühsommer. Dann brüten die Vögel im Schilf, die Streuwiesen blühen und Libellen fliegen über den Moorgräben. Im Herbst, wenn das Riedgras sich braun und golden färbt, bekommt die Landschaft einen besonderen Ton. Fernglas mitnehmen.
Warum Streuwiesen gemäht werden
Viele der Wiesen rund um den See sind sogenannte Streuwiesen. Sie werden nur einmal im Jahr, im Spätsommer oder Herbst, gemäht – früher diente das Mahdgut als Einstreu im Stall. Diese späte, seltene Mahd lässt vielen Pflanzen und Insekten Zeit, sich zu entwickeln. Heute wird sie im Rahmen des Naturschutzes fortgeführt, weil sonst Büsche und Bäume die offenen Flächen zuwachsen würden.
Häufige Fragen
Darf man im Bannwaldsee baden?
Ja, im ausgewiesenen Badebereich am Südostufer. Die Moorufer im Naturschutzgebiet sind tabu.


