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Rottachsee

Der jüngste der großen Allgäuer Stauseen ist heute der größte Badesee des Oberallgäus. Seine Entstehung war lange umstritten.

Aktualisiert am 28.09.2026Lesezeit ca. 3 Min.Oberallgäu & Kempten
  • Fläche296 ha
  • TypStausee
Am Ufer des Rottachsees an einem ruhigen Herbsttag
Am Ufer des Rottachsees an einem ruhigen Herbsttag. Foto: Edelmauswaldgeist, CC0, Wikimedia Commons.

Lage und Größe

Der Rottachsee, offiziell Rottachtalsperre oder Rottachspeicher, liegt rund 15 Kilometer südlich von Kempten in den Gemeinden Sulzberg und Oy-Mittelberg. Er ist knapp fünf Kilometer lang, hat einen Umfang von etwa 13 Kilometern und eine Fläche von rund 296 Hektar. Im Sommer kann das Wasser bis zu 23 Grad warm werden.

Ein Projekt mit langer Vorgeschichte

Erste Überlegungen zu einem Stausee im Rottachtal gab es schon 1904, konkreter wurden sie 1936 – damals zur Stromerzeugung. Der Krieg beendete die Pläne. Nach dem Krieg plante ein regionaler Energieversorger einen kleineren Speicher, gab ihn nach Widerstand der Grundbesitzer aber wieder auf.

In den 1970er Jahren griff der Freistaat Bayern das Vorhaben erneut auf, nun vor allem aus wasserwirtschaftlichen Gründen: Der Speicher sollte bei Niedrigwasser Iller und Donau stützen. Das Planfeststellungsverfahren endete 1978, 1983 begann der Stollenbau, 1986 der Dammbau. Größere Proteste von Landwirten und Naturschützern kamen erst, als der Bau schon lief; weder eine Klage noch eine Petition im Landtag konnten ihn stoppen. Nach dem Probestau ab 1990 wurde der Speicher am 14. Oktober 1992 offiziell in Betrieb genommen.

Wozu er dient

Der Rottachsee dient dem Hochwasserschutz, hebt bei Trockenheit den Wasserstand von Iller und Donau an und erzeugt nebenbei etwas Strom. Der Erddamm ist 38 Meter hoch und 190 Meter lang. Weil der Pegel für diese Aufgaben schwankt, verändert sich das Ufer im Lauf des Jahres.

Natur am künstlichen See

Was einst eine kleinteilige Wiesenlandschaft war, ist heute ein Gewässer mit Inseln, Flachwasserzonen und tiefen Bereichen. Viele bedrohte Arten haben sich am Speicher neu angesiedelt, und die geschützten Uferbereiche gelten inzwischen als wertvolles Biotop. Naturschützer bezweifeln trotzdem bis heute, dass der Speicher in dieser Größe nötig war.

Rund um den See

Ein Rundweg führt über gut 13 Kilometer um den See, für Radfahrer ist er eine abwechslungsreiche Runde mit Blick auf Grünten und die Allgäuer Alpen. Nur wenige Kilometer entfernt liegen der Sulzberger See und der Grüntensee – drei Badeseen auf engem Raum.

Anreise

Der Rottachsee liegt zwischen Kempten und Nesselwang, nahe Sulzberg und Oy-Mittelberg. Mit dem Auto erreicht man ihn über die A 7, Ausfahrt Oy-Mittelberg. Mit der Bahn geht es bis Oy-Mittelberg an der Strecke von Kempten nach Pfronten, von dort weiter mit dem Rad. Parkplätze gibt es an den Badestellen.

Wassersport und Angeln

Weil der See groß und offen ist, eignet er sich gut zum Segeln und Surfen. Angler brauchen eine Erlaubnis; Hecht, Zander und Waller sind die bekanntesten Arten. Im Vorstaubereich beim Weiler Bisseroy ist das Wasser ruhig und flach – gut für Familien mit kleinen Kindern.

Beste Zeit

Im Hochsommer, wenn das Wasser warm ist, ist der Rottachsee der Badesee des Oberallgäus. Im Frühjahr und Herbst ist er ein Ziel für Radfahrer und Wanderer; dann sieht man auch die Wasservögel, die den See als Rastplatz nutzen. Klare Tage mit Föhn bieten den besten Blick auf Grünten und Alpenkette.

Häufige Fragen

Wann wurde der Rottachsee gebaut?

Der Bau begann 1983 mit dem Stollen, 1986 mit dem Damm. Offiziell in Betrieb ist der Speicher seit dem 14. Oktober 1992.

Wie warm wird der Rottachsee?

Im Hochsommer bis etwa 23 Grad.

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