
Der See, der verschwindet
Das ungewöhnlichste Winterbild bietet der Forggensee. Der Stausee wird jeden Herbst abgesenkt, damit er im Frühjahr Schmelzwasser aufnehmen kann. Im Winter liegt ein großer Teil des Seebodens trocken: eine weite Fläche aus Kies und Schlick, durchzogen von Rinnen, auf der sich manchmal die Grundmauern überfluteter Höfe zeigen. Am Rand ist das ein eindrucksvoller Spaziergang, auf die Fläche hinaus sollte man aber nicht – der Boden kann weich sein, und das Wasser steigt im Frühjahr zügig.
Wann Eis trägt
Kleine, flache Weiher frieren zuerst zu, große und tiefe Seen oft gar nicht mehr vollständig. Am Niedersonthofener See etwa war Schlittschuhlaufen früher üblich; heute friert er nur noch selten ganz zu. Wie dick das Eis ist, sieht man ihm nicht an. Schnee isoliert und bremst das Wachstum, Zuflüsse und Quellen halten Stellen offen, Schilfränder sind oft dünner.
Schlittschuh und Eisstock
Wenn es richtig kalt wird, sind kleine Seen wie der Elbsee bei Aitrang oder der Oggenrieder Weiher bei Irsee beliebte Eisflächen. Auch der Alpsee bei Schwangau wird in kalten Wintern zum Schlittschuhlaufen genutzt. Auf manchen Weihern werden Bahnen für das Eisstockschießen freigeräumt, eine alte Allgäuer Wintertradition.
Eisbaden
Ein Trend der letzten Jahre ist das Eisbaden. Am Großen Alpsee treffen sich im Winter regelmäßig Eisschwimmer, 2026 wurde dort sogar ein Eis-Triathlon ausgetragen. Wer das ausprobieren will, sollte nicht allein gehen, sich langsam an kaltes Wasser gewöhnen und nur wenige Minuten im Wasser bleiben. Bei Herz-Kreislauf-Problemen vorher ärztlich abklären.

Winterwege
Viele Rundwege um die Seen werden im Winter geräumt oder zumindest gespurt. Besonders schön sind die Runden um den Hopfensee und den Weißensee mit Blick auf die verschneiten Berge, der Weg um den Alpsee unter den Königsschlössern und der Eschacher Weiher, an dem der Schnee wegen der Höhe oft lange liegt. Im Ostallgäu sind die Tage am See nach klaren Frostnächten oft die schönsten des Jahres: blauer Himmel, Raureif, Stille.
Wenn jemand einbricht
Bricht jemand im Eis ein, gilt: Nicht hinterherlaufen, sondern sofort den Notruf 112 wählen. Helfer nähern sich möglichst flach liegend und verteilen ihr Gewicht, reichen einen Ast, ein Seil oder einen Schal und ziehen die Person in Richtung der Einbruchstelle zurück, wo das Eis sie getragen hat. Wer selbst einbricht, versucht, sich mit ausgebreiteten Armen am Eisrand zu halten und flach auf das Eis zu robben. Danach sofort ins Warme – auch wenn man sich gut fühlt.
Tiere im Winter
Im Winter brauchen Tiere Ruhe. Wasservögel sammeln sich auf den offenen Stellen der Seen, Rehe stehen an Waldrändern und sparen Energie. Jede Flucht kostet sie Reserven. Deshalb auf den Wegen bleiben, Hunde an der Leine führen und Schilfgürtel meiden – auch wenn das Eis sie scheinbar zugänglich macht.
Wenn kein Eis kommt
In milden Wintern friert kaum ein See zu. Schön sind die Seen dann trotzdem: im Nebel, mit Raureif an den Ufern, bei Föhn mit klarer Sicht auf die verschneiten Berge. Ein Spaziergang um den Forggensee mit seinem freiliegenden Seeboden oder um den Hopfensee mit Einkehr in Hopfen am See ist auch ohne Eis ein guter Wintertag.
Häufige Fragen
Wann ist der Forggensee im Winter leer?
Der Pegel wird ab dem Herbst abgesenkt; über den Winter liegt ein großer Teil des Seebodens trocken. Aufgestaut wird im Frühjahr.
Wie dick muss Eis sein, damit man es betreten kann?
Die DLRG empfiehlt für stehende Gewässer mindestens 15 Zentimeter tragfähiges Eis. Am sichersten sind offiziell freigegebene Flächen.


