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Ratgeber

Wasserqualität der Allgäuer Seen: Alles was Sie wissen müssen

25. November 2024
7 Min. Lesezeit
Allgäuer Seen Team

Wie sauber sind die Allgäuer Seen wirklich? Wir erklären, wie Wasserqualität gemessen wird, welche Seen besonders sauber sind und was Sie beim Baden beachten sollten.

Wasserqualität der Allgäuer Seen - Kristallklares Seewasser mit Unterwassersicht und wissenschaftlicher Testausrüstung in alpiner Umgebung

Die Wasserqualität ist ein entscheidender Faktor für unbeschwertes Badevergnügen. Im Allgäu können Sie sich glücklich schätzen: Die meisten Seen weisen ausgezeichnete bis gute Wasserqualität auf. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige über die Wasserqualität der Allgäuer Seen.

Wie wird Wasserqualität gemessen?

Die Überwachung der Badegewässer erfolgt nach der EU-Badegewässerrichtlinie. Während der Badesaison (Mitte Mai bis Mitte September) werden die Seen mindestens einmal monatlich, bei stärker frequentierten Gewässern auch wöchentlich, von den Gesundheitsbehörden kontrolliert.

Dabei werden verschiedene Parameter untersucht: Bakterienbelastung (insbesondere E. coli und intestinale Enterokokken), Sichttiefe, pH-Wert, Temperatur, Algenkonzentration und Cyanobakterien (Blaualgen). Die Ergebnisse werden in vier Kategorien eingeteilt: Ausgezeichnet, Gut, Ausreichend und Mangelhaft.

Die saubersten Seen im Allgäu

Weißensee – Der Spitzenreiter

Der Weißensee bei Füssen gilt als einer der saubersten Seen im Allgäu. Die Kalkablagerungen, die dem See seinen Namen geben, wirken wie ein natürlicher Filter. Das Wasser ist so klar, dass man mehrere Meter tief sehen kann. Die aktuelle Einstufung lautet 'Ausgezeichnet', und das schon seit vielen Jahren.

Forggensee – Große Fläche, gute Qualität

Trotz seiner Größe und hohen Besucherzahlen weist der Forggensee durchweg ausgezeichnete Wasserqualität auf. Als Stausee wird er regelmäßig gespült, was zur Reinigung beiträgt. Im Winter wird der See fast vollständig abgelassen, was eine natürliche Regeneration ermöglicht.

Alpsee bei Schwangau – Bergquellwasser

Der Alpsee wird von Bergquellen gespeist und zeichnet sich durch kristallklares Wasser aus. Mit bis zu 62 Metern Tiefe bleibt das Wasser auch im Sommer angenehm kühl und erfrischend. Die Wasserqualität ist seit Jahren ausgezeichnet.

Kögelweiher – Moorwasser mit Top-Qualität

Überraschenderweise gehört auch der kleine Kögelweiher, ein Moorsee, zu den saubersten Gewässern. Obwohl Moorseen oft eine braune Färbung aufweisen, ist die bakteriologische Qualität ausgezeichnet. Das Moorwasser hat sogar heilende Eigenschaften.

Faktoren, die die Wasserqualität beeinflussen

Natürliche Faktoren

Die Wasserqualität wird von vielen natürlichen Faktoren beeinflusst: Zuflüsse (Bäche und Quellen bringen frisches Wasser), Durchflutung (je besser ein See durchflutet wird, desto sauberer bleibt er), Temperatur (warmes Wasser begünstigt Algenwachstum), Nährstoffeintrag (durch Landwirtschaft und natürliche Prozesse) und Witterung (starke Regenfälle können kurzfristig die Qualität beeinträchtigen).

Menschliche Einflüsse

Auch der Mensch hat Einfluss auf die Wasserqualität: Besucherzahlen (je mehr Badegäste, desto höher die Belastung), Bootsverkehr (Motorboote können Sedimente aufwirbeln), Landwirtschaft (Düngemittel können ins Wasser gelangen) und Abwässer (moderne Kläranlagen minimieren dieses Problem).

Besondere Phänomene

Blaualgen (Cyanobakterien)

In warmen Sommern kann es zur Vermehrung von Blaualgen kommen. Diese sind nicht unbedingt ein Zeichen für schlechte Wasserqualität, sondern entstehen durch die Kombination von Wärme, Nährstoffen und Sonnenlicht. Bei starkem Befall wird vom Baden abgeraten, da einige Blaualgen Hautreizungen oder Magen-Darm-Beschwerden verursachen können.

Im Allgäu treten Blaualgen-Probleme sehr selten auf. Die Behörden überwachen die Situation kontinuierlich und warnen bei Bedarf mit Hinweisschildern an den Badestellen.

Alatsee – Das Purpurbakterien-Phänomen

Der Alatsee ist ein Sonderfall: In 15 Metern Tiefe leben Purpurbakterien, die das Wasser rötlich färben können. Dieses Phänomen ist völlig harmlos und betrifft nur die Tiefenschichten. An der Oberfläche ist das Wasser klar und zum Baden geeignet.

Verhaltenstipps für sauberes Wasser

Jeder Besucher kann zur Erhaltung der Wasserqualität beitragen: Nutzen Sie die Toiletten statt ins Wasser zu urinieren, duschen Sie vor dem Baden (besonders nach Sonnencreme-Auftrag), entsorgen Sie Müll ordnungsgemäß, füttern Sie keine Wasservögel (führt zu Überdüngung), waschen Sie keine Gegenstände im See und respektieren Sie Schilfzonen (wichtig für die Selbstreinigung).

Wichtig: Achten Sie auf Hinweisschilder an den Badestellen! Bei vorübergehenden Qualitätsproblemen werden diese dort angebracht.

Wo finde ich aktuelle Informationen?

Aktuelle Messwerte zur Wasserqualität finden Sie auf der Website des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Dort werden während der Badesaison alle Ergebnisse zeitnah veröffentlicht. Auch die lokalen Tourismusverbände informieren über die Wasserqualität der Seen in ihrer Region.

Gesundheitliche Aspekte

Das Baden in den Allgäuer Seen ist grundsätzlich unbedenklich. Dennoch sollten Sie einige Dinge beachten: Kinder und Personen mit geschwächtem Immunsystem sollten kein Wasser schlucken, bei offenen Wunden ist Vorsicht geboten, nach starken Regenfällen ein bis zwei Tage mit dem Baden warten und bei Hautreizungen oder Unwohlsein nach dem Baden einen Arzt konsultieren.

Fazit

Die Allgäuer Seen bieten überwiegend ausgezeichnete Badegewässerqualität. Die regelmäßige Überwachung durch die Behörden und das Engagement der lokalen Gemeinden sorgen dafür, dass Sie unbeschwert baden können. Mit bewusstem Verhalten kann jeder zur Erhaltung dieser hohen Qualität beitragen. Genießen Sie das kühle Nass mit gutem Gewissen!

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