
Lage und Form
Der Alatsee liegt sechs Kilometer westlich von Füssen auf rund 868 Metern Höhe, eingezwängt in eine schluchtartige Senke. Nur etwa 80 Meter südlich verläuft der Grat des Falkensteinkamms mit der Grenze zu Österreich, gut 500 Meter nördlich und tiefer liegt der Weißensee. Der See ist knapp 500 Meter lang, bis zu 290 Meter breit und rund zwölf Hektar groß. Er ist erstaunlich tief: Gemessen wurden gut 32 Meter, andere Angaben nennen bis zu 35.
Gespeist wird er von Grundwasser. Sein Abfluss, der Faulenbach, fließt nach Osten durch Obersee und Mittersee in den Lech. Den Namen „Faulen“-Bach hat er zu Recht: Das Wasser riecht nach Schwefelwasserstoff.
Ein See in zwei Etagen
Der Alatsee ist meromiktisch. Das heißt: Nur die oberen Wasserschichten werden im Wechsel der Jahreszeiten durchmischt und mit Sauerstoff versorgt. Darunter liegt Wasser, das fast keinen Sauerstoff enthält und sich nie mit dem oberen mischt. An der Grenze, in etwa 15 bis 18 Metern Tiefe, lebt eine leuchtend rote Schicht aus Purpur-Schwefelbakterien – eine der ausgeprägtesten, die aus Süßwasserseen bekannt sind. Dazu kommen Cyanobakterien, die als Burgunderblutalge bekannt sind.
Erstaunlich ist, was Forscher in dieser Grenzzone beobachtet haben: Fische, die in die Schicht hinein- und wieder herausschwimmen, Süßwasserpolypen und Bakteriengemeinschaften, die normalerweise nicht nebeneinander vorkommen.
Geschichte und Sperrung
In der Nähe des Sees wurde eine keltische Kultstätte nachgewiesen, bis ins späte 19. Jahrhundert baute man in der Umgebung Gips ab. Besiedelt wurde die Senke nie; die Einheimischen mieden den Ort lange. Im Zweiten Weltkrieg testeten Techniker der Luftwaffe hier Unterwassermodelle eines Flugzeugs – Eisengestelle davon liegen noch heute im See. Die Gerüchte über versenktes Gold, die daraus entstanden, erzählt unser Beitrag Das Gold im Alatsee.
Seit 1983 ist der Alatsee für Taucher gesperrt; Ausnahmen gibt es nur für wissenschaftliche Zwecke.
Besuch
Zum Alatsee führt eine Straße mit Parkplatz; zu Fuß ist er vom Weißensee oder von Füssen über das Faulenbacher Tal erreichbar. Ein schmaler Weg umrundet den See. Eine ausgebaute Badestelle wie an den Nachbarseen gibt es nicht – der Reiz liegt in der Stille, im dunklen Wasser und in den Geschichten.
Anreise
Vom Stadtrand von Füssen führt eine schmale Straße durch das Faulenbacher Tal hinauf zum Alatsee. Am See gibt es einen Parkplatz. Schöner ist der Weg zu Fuß: Von Füssen über das Faulenbacher Tal mit Obersee und Mittersee dauert es etwa eine Stunde, vom Weißensee aus rund eine halbe bis eine Stunde durch den Wald. Die Wege sind auch für Familien gut zu gehen.
Beste Zeit
Der Alatsee liegt in einer engen Senke direkt vor dem Falkensteinkamm und bekommt wenig Sonne. Im Sommer ist er deshalb angenehm kühl, im Winter liegt er lange im Schatten. Am eindrucksvollsten ist er an stillen Tagen, wenn das Wasser tiefgrün und spiegelglatt daliegt. An Wochenenden im Sommer kommen viele Besucher, früh am Morgen ist es ruhiger.
Die Kette der Faulenbacher Seen
Der Alatsee ist der oberste von drei kleinen Seen im Faulenbacher Tal. Sein Abfluss, der Faulenbach, fließt durch Obersee und Mittersee nach Füssen. Beide sind klein und liegen direkt am Weg. Zusammen ergeben sie eine abwechslungsreiche Wanderung von der Stadt hinauf in den Bergwald – ideal als Halbtagestour, wenn man in Füssen übernachtet.
Häufige Fragen
Warum ist der Alatsee für Taucher gesperrt?
Unter etwa 15 bis 18 Metern ist das Wasser sauerstofffrei und schwefelwasserstoffhaltig. Seit 1983 ist Tauchen deshalb verboten, außer mit Sondergenehmigung für die Forschung.
Ist im Alatsee wirklich Gold versenkt?
Gefunden wurde nie etwas. Die Geschichte dahinter steht im Beitrag Das Gold im Alatsee.


