
Lage
Der Schwaltenweiher liegt zwischen den Gemeinden Seeg und Rückholz, etwa 14 Kilometer vor dem Alpenrand. Von Osten fließt ihm der Schwaltenbach zu, der hier angestaut wurde. Der See ist im Schnitt nur etwa vier Meter tief und hat zwei kleine Inseln. Nach Süden öffnet sich der Blick über das Hügelland auf die Allgäuer und Tannheimer Berge – Seeg und seine Umgebung werden deshalb gern „Logenplatz vor den Alpen“ genannt.
Ein kaiserlicher Weiher
Angelegt wurde der Weiher 1514 auf Veranlassung von Kaiser Maximilian I., zur Fischzucht und als Revier für die Wasservogeljagd. Das nahe Schloss Falkenberg beim heutigen Weiler Goldhasen am Westufer wurde im Dreißigjährigen Krieg von kaiserlichen Truppen zerstört, damit es nicht den anrückenden Schweden in die Hände fiel. Nach Goldhasen hieß der See früher auch Goldhasenweiher.
Der heutige Name kommt von der Schwaltenmühle, die wiederum nach einer Familie Schwalt oder Schwald benannt ist. Eine ältere Deutung leitete ihn vom mittelhochdeutschen swellen, „stauen“, ab – das passt zum Stauweiher, ist aber wohl nicht die richtige Spur. Bis heute ist der Schwaltenweiher in Privatbesitz und wird weiterhin auch zur Fischzucht genutzt.
Baden und Rundweg
Weil der Weiher flach ist, wird er im Sommer schnell warm. An heißen Tagen verteilen sich die Badegäste auf mehrere Liegewiesen am Ufer. Der Rundweg ist eine schöne, kurze Runde mit wechselnden Blicken auf Berge, Inseln und Schilf. Am Wasser gibt es Einkehrmöglichkeiten.
In der Umgebung
Rund um Seeg liegen weitere kleine Gewässer: die Seeger Seen, der Luimooser Weiher und der schilfumstandene Trollweiher bei Rückholz. Keiner davon ist ein großer Badesee, aber zusammen ergeben sie eine abwechslungsreiche Wanderung durch das Hügelland.
Anreise
Seeg liegt abseits der Bahnstrecken; die nächsten Bahnhöfe sind Pfronten und Marktoberdorf. Von Pfronten sind es mit dem Rad etwa eine halbe bis eine Dreiviertelstunde durch das Hügelland. Mit dem Auto erreicht man Seeg über Landstraßen von Füssen, Pfronten oder Marktoberdorf. Am See gibt es Parkplätze bei den Badestellen.
Beste Zeit
An heißen Sommertagen ist der Schwaltenweiher ein Ziel für die ganze Gegend. Ruhiger ist es an Werktagen und am frühen Abend, wenn die Sonne tief steht und die Berge im Süden rötlich werden. Im Herbst, bei Föhn, ist die Fernsicht am besten – dann wirkt die Alpenkette so nah, dass man meint, hinüberlaufen zu können.
Kurze Wanderung
Der Rundweg um den Weiher ist in etwa einer Stunde zu machen. Wer mehr möchte, geht vom Schwaltenweiher weiter nach Seeg mit seiner barocken Pfarrkirche und von dort zu den Seeger Seen. Zurück führt der Weg durch Wiesen, Wälder und kleine Weiler. Die Runde ist leicht, aber abwechslungsreich, und hat fast immer die Berge im Blick.
Häufige Fragen
Ist der Schwaltenweiher ein natürlicher See?
Nein, ein Stauweiher: Der Schwaltenbach wurde 1514 aufgestaut. Durch das Alter und den Schilfgürtel wirkt er heute wie ein natürlicher See.


