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Schrecksee

Türkisgrünes Wasser, eine kleine Insel, ringsum Grasberge: Der Schrecksee ist das Bergsee-Motiv des Allgäus schlechthin – und entsprechend begehrt.

Aktualisiert am 28.09.2026Lesezeit ca. 2 Min.Oberallgäu & Kempten
  • Höhe1.813 m
  • Fläche10,4 ha
  • tief28 m
  • TypBergsee
Der Schrecksee mit Blick zum Kirchendachsattel, über den die Grenze nach Tirol verläuft
Der Schrecksee mit Blick zum Kirchendachsattel, über den die Grenze nach Tirol verläuft. Foto: Harald Hetzner, CC0, Wikimedia Commons.

Lage

Der Schrecksee liegt auf 1.813 Metern Höhe in einem kesselartigen Hochtal der Allgäuer Alpen, ganz im Gebiet der Gemeinde Bad Hindelang. Rundherum stehen Knappenkopf, Kirchendach und Kälbelespitze im Osten, Kastenkopf und Lahnerkopf im Süden und der Älpelekopf im Westen. Nach Nordwesten öffnet sich der Kessel; hinter einer kleinen Schwelle fällt das Gelände in einer Felsstufe rund 300 Meter zur Taufersalpe ab. Die Grenze zu Tirol verläuft knapp 300 Meter östlich am Kirchendachsattel.

Der See ist gut zehn Hektar groß, einschließlich der kleinen Insel, hat einen Umfang von gut eineinhalb Kilometern und ist bis zu 28 Meter tief.

Die Insel ist jünger, als sie aussieht

In den 1950er Jahren wurde der Schrecksee um acht Meter aufgestaut, um ihn zur Stromerzeugung zu nutzen. Aus einer natürlichen Halbinsel wurde dabei die Insel, die heute auf keinem Foto fehlt. Das zugehörige Kraftwerk liegt weit unten im Hintersteiner Tal auf 938 Metern.

Zustieg

Talort ist Hinterstein. Der Weg folgt zunächst dem Hintersteiner Tal, beim Elektrizitätswerk beginnt der Aufstieg über die verfallene Taufersalpe und die Felsstufe zum See. Für die knapp 1.000 Höhenmeter sollte man drei bis vier Stunden Aufstieg einplanen, dazu den Rückweg. Der See liegt außerdem am Jubiläumsweg zwischen Willersalpe und Prinz-Luitpold-Haus und ist von der Landsberger Hütte in Tirol über den Kirchendachsattel erreichbar.

Zu schön für seinen Ruf

2016 wählten die Leser eines großen Bergmagazins den Schrecksee zum schönsten Bergsee der Alpen. Seitdem ist er in den sozialen Medien allgegenwärtig, und an Sommerwochenenden wird es am Ufer voll. Das Zelten hat so zugenommen, dass die Gemeinde durchgreift. Wer den See in Ruhe erleben will, kommt unter der Woche, früh am Morgen oder im Herbst – und nimmt alles wieder mit ins Tal, was er heraufgetragen hat.

Zum Baden lädt der Schrecksee trotz der Farbe kaum ein: Das Wasser bleibt auch im August kalt. Weitere Bergseen und Tourenideen stehen im Ratgeber Bergseen im Allgäu.

Planung

Der Zustieg zum Schrecksee ist lang: von Hinterstein aus sind es mit Rückweg gut sieben Stunden reine Gehzeit. Start am frühen Morgen, genug Wasser und Proviant, feste Bergschuhe und Regenschutz gehören dazu. Die Felsstufe unterhalb des Sees ist steil, aber mit Trittsicherheit gut zu gehen.

Beste Zeit

Die Wandersaison beginnt, wenn der Schnee im Kar geschmolzen ist, meist im Frühsommer, und reicht bis in den Oktober. Im Juli und August ist es an Wochenenden voll. Werktage und der Herbst sind ruhiger, und das Licht ist dann oft besonders klar. Bei unsicherem Wetter bleibt man besser im Tal – Gewitter und Nebel machen die Felsstufe unangenehm.

Unterkunft

Hütten direkt am See gibt es nicht. Wer den See auf einer Mehrtagestour besucht, übernachtet zum Beispiel im Prinz-Luitpold-Haus, auf der Willersalpe oder in der Landsberger Hütte auf Tiroler Seite. Übernachtungen am See selbst sind im Naturschutzgebiet nicht erlaubt.

Häufige Fragen

Wie lange braucht man zum Schrecksee?

Von Hinterstein drei bis vier Stunden Aufstieg bei knapp 1.000 Höhenmetern, dazu der Rückweg. Kondition und Trittsicherheit sind nötig.

Darf man am Schrecksee zelten?

Nein. Der See liegt im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen, Zelten und Biwakieren sind verboten und werden kontrolliert.

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