Während Forggensee, Hopfensee und Alpsee in jeder Reiseführer-Liste auftauchen, gibt es im Allgäu zahlreiche weniger bekannte Seen, die mit ihrer Ruhe und natürlichen Schönheit verzaubern. In diesem Artikel stellen wir Ihnen echte Geheimtipps vor – Seen, die selbst viele Einheimische nicht kennen.
Illasbergsee – Der stille Nachbar
Nur wenige hundert Meter vom beliebten Forggensee entfernt liegt der Illasbergsee – ein kleines Juwel, das kaum jemand kennt. Mit nur 0,05 km² Fläche ist er winzig, aber genau das macht seinen Charme aus. Während sich am Forggensee die Massen tummeln, finden Sie hier Ruhe und Entspannung.
Der See ist über Nebenwege vom Forggensee erreichbar. Die Wasserqualität ist sehr gut, und im Sommer erwärmt sich das flache Wasser angenehm. Ein kleiner Parkplatz befindet sich in der Nähe, ist aber nicht ausgeschildert – fragen Sie Einheimische nach dem Weg!
Insider-Tipp: Der perfekte Ort für ein romantisches Picknick oder einen ruhigen Nachmittag mit einem guten Buch.
Kaltenbrunner See – Erfrischung garantiert
Südlich von Prem versteckt sich der Kaltenbrunner See, ein echter Geheimtipp für die Rückfahrt von Füssen. Mit nur 0,06 km² ist er klein, aber fein. Der Name verrät es schon: Das Wasser ist erfrischend kühl – perfekt an heißen Sommertagen!
Es gibt keine große Infrastruktur, nur eine kleine Parkfläche am Straßenrand. Genau das macht den Charme aus: unberührte Natur, kaum andere Besucher, absolute Ruhe. Nehmen Sie eine Decke und Proviant mit – es gibt keine Kioske oder Restaurants in der Nähe.
Faulensee – Das Moorjuwel
Der Faulensee in Bad Faulenbach ist vielen als Teil der Moorlandschaft bekannt, aber als Badesee wird er oft übersehen. Dabei ist er ein wunderbarer Ort zum Schwimmen und Entspannen. Das moorhaltige Wasser hat eine leicht bräunliche Färbung, aber die Wasserqualität ist ausgezeichnet.
Ein Moorwanderweg führt um den See herum und informiert über die einzigartige Flora und Fauna. In der Nähe befinden sich Kneipp-Anlagen – kombinieren Sie Ihren Badeausflug mit einer gesunden Kneipp-Kur! Der See ist leicht mit dem Fahrrad von Füssen erreichbar.
Kögelweiher – Naturschutzgebiet mit Herz
Der Kögelweiher bei Nesselwang ist ein idyllischer Waldsee in einem Naturschutzgebiet. Mit nur 0,03 km² ist er der kleinste See in unserer Liste, aber einer der charmantesten. Im Frühling blühen geschützte Enziane am Ufer – ein seltener und wunderschöner Anblick.
Im Sommer quaken die Frösche ein Konzert – ein authentisches Naturerlebnis! Das Baden ist erlaubt, aber bitte mit Rücksicht auf die Natur. Es gibt einen kleinen Waldparkplatz, von dem aus Sie etwa 10 Minuten zum See wandern. Perfekt für Naturliebhaber und Fotografen!
Mittersee und Obersee – Die ruhigen Geschwister
Direkt neben dem vielbesuchten Hopfensee liegen Mittersee und Obersee – zwei kleinere Gewässer, die erstaunlich ruhig sind. Während sich am Hopfensee die Massen tummeln, geht es hier beschaulich zu. Beide Seen bieten exzellente Wasserqualität und traumhafte Ausblicke auf die Alpen.
Der Mittersee (0,15 km²) ist besonders familienfreundlich mit flachen Ufern. Der Obersee (0,18 km²) liegt etwas höher und bietet spektakuläre Bergkulisse. Sie können beide Seen vom Hopfensee aus zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen – eine schöne kleine Rundtour!
Schmutterweiher – Der Unbekannte
Zwischen Roßhaupten und Lechbruck liegt der Schmutterweiher, ein See, den selbst viele Allgäuer nicht kennen. Mit 0,20 km² ist er zwar nicht riesig, bietet aber eine großzügige Liegewiese und sogar einen Kiosk.
Das Besondere: Es gibt einen FKK-Bereich für Freunde der Freikörperkultur. Die Atmosphäre ist entspannt und familiär. Beach-Volleyball-Felder sorgen für Abwechslung. Ein echter Tipp für alle, die es gerne etwas aktiver haben!
Anfahrt und Parken
Die meisten dieser versteckten Seen haben nur kleine Parkplätze oder sind über Wanderwege erreichbar. Das ist Absicht – es soll ruhig bleiben! Planen Sie etwas mehr Zeit für die Anfahrt ein und nutzen Sie, wo möglich, das Fahrrad. Viele dieser Seen liegen an schönen Radwegen.
Wichtig: Respektieren Sie die Natur! Diese Seen sind genau deshalb so schön, weil sie nicht überlaufen sind. Hinterlassen Sie keinen Müll und halten Sie sich an die Regeln.
Was Sie mitbringen sollten
Da diese Seen keine oder kaum Infrastruktur haben, sollten Sie gut vorbereitet sein: Ausreichend Proviant und Getränke, Sonnenschutz und Badeutensilien, eine Decke oder Isomatte, Mückenschutz (besonders an Waldseen), Müllbeutel (nehmen Sie alles wieder mit!) und eventuell ein gutes Buch oder Spiele.
Beste Besuchszeit
Diese versteckten Seen sind besonders an Wochentagen zu empfehlen, wenn die großen Seen überfüllt sind. Am Wochenende kann es auch hier etwas voller werden, aber nie so voll wie an den bekannten Seen. Die ideale Zeit ist der Spätsommer (August/September), wenn das Wasser warm ist, aber die Hauptsaison vorbei.
Weitere Insider-Tipps
Fragen Sie in Ihrer Unterkunft oder bei Einheimischen nach weiteren Geheimtipps – oft kennen diese noch mehr versteckte Badeplätze. Viele Allgäuer haben ihre ganz persönlichen Lieblingsorte, die Sie gerne teilen, wenn Sie nett fragen. Auch kleinere Zuflüsse und Bäche können herrliche Badegumpen haben!
Fazit
Das Allgäu hat weit mehr zu bieten als die bekannten Seen. Wer bereit ist, etwas abseits der ausgetretenen Pfade zu gehen, wird mit Ruhe, unberührter Natur und authentischen Naturerlebnissen belohnt. Diese versteckten Seen sind die perfekte Alternative für alle, die dem Trubel entfliehen möchten. Entdecken Sie Ihr ganz persönliches Allgäuer Paradies!
