Seen, Weiher, Flüsse und Bäche im Allgäu

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Alatsee

Höhe: 870 m
Fläche: ca. 11,0 ha
Wassertiefe: ca. 35 m
Erstellt am: 2012-12-24 11:28:19
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Nahe der österreichischen Grenze, nur wenige Kilometer westlich von Füssen, liegt der Alatsee. Der außergewöhnlich schöne und als Ausflugsziel sehr beliebte idyllische Bergsee birgt einige besondere Geheimnisse.
Auf den ersten Blick wirkt der Alatsee wie ein normaler Bergsee. Sein kristallklares und sauerstoffreiches Wasser beherbergt im Uferbereich und nahe der Wasseroberfläche eine Vielzahl von Fischen, Krebsen und Muscheln. Doch in größeren Tiefen, ab etwas 15 m, befindet sich eine sauerstoffarme purpurrote Schicht von Schwefelbakterien. Im Volksmund wir der Alatsee auch als blutender See bezeichnet.
Das Wasser des Sees fließt im Faulenbach ab. Diesen Namen hat der Bach wohl durch die erhöhte Schwefelwasserstoffkonzentration seines Wassers erhalten, die am Geruch erkennbar ist.
Wohl wegen dieser Besonderheiten ranken sich seit jeher viele Legenden und Sagen um den Alatsee. Jahrhunderte lang wurde er von Menschen gemieden und gilt bei Einheimischen heute noch als verrufener Ort. So sollen sich am Alatsee Gespenster und Fabelwesen herumtreiben. Von unvorsichtigen Wanderern, die in den See gezogen wurden, wird berichtet. Bisher konnte das jedoch noch kein in den See gezogener Wanderer bestätigen.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurden Goldschätze der Nazis im Alatsee versenkt; so heißt es in Gerüchten.
Abschließend kann man sagen, dass der Alatsee ein wundervoller Ort für Wanderungen und Spaziergänge ist. Im Sommer bietet sich der See für ein erfrischendes Bad an. Die Gefahr, von weißen Frauen oder dem Salobergeist ins Wasser gezogen zu werden, schätze ich als eher gering ein ;-)
 
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Der Alatsee

Der idyllische Alatsee mit seinem kristallklaren Wasser. Berge erheben sich an seinen Ufern.
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Der Alatsee von oben

Auf dem Weg zur Saloberalpe kann der Wanderer diese schöne Aussicht auf den See genießen.
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Ein entspannter Herbsttag am Alatsee

Es folgt nun eine kleine Foto-Tour um den herbstlichen Alatsee.
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Sie ersten Sonnenstrahlen

Der Alatsee liegt noch im Schatten. Die ersten Sonnenstrahlen treffen auf die Berghänge, die am Ufer emporragen und lassen das herbstliche Laub in bunten Farben leuchten.
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Morgensonne am Alatsee

Hell leuchtet das herbstliche Laub über dem dunklen Wasser des Alatsees. Kalter Wind kräuselt die Wasseroberfläche.
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Nasse Füße

Diese ins Wasser gebaute Sitzbank befindet sich direkt am Wegesrand.
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Angler am Alatsee

Ein Angler nutzt die ruhigen Morgenstunden. Allmählich vertreibt die Sonne die Kälte der Nacht.
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Die Morgensonne

Die Morgensonne erhebt sich über die Berge, die an den Ufern des Alatsees emporragen.
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Am 27.11.2013
um 16:50:16
Alatsee – DIE WAHRHEIT !
von Jürgen Geisenfelder

Nachdem in unzähligen Veröffentlichungen über den Alatsee berichtet wurde und jetzt auch noch ein "toter" Taucher im Seegrund-Krimi mit Kommissar Kluftinger vorkommt möchte ich hier über meine eigenenen Erfahrungen über den Alatsee berichten.

Als ich 1961 in der Wasserwacht Füssen mit der Taucherei, zunächst mit ABC-Ausrüstung (Brille, Flossen, Schnorchel) angefangen habe, waren der Alatsee neben dem Alpsee in Hohenschwangau, dem Weißensee und der Lechschlucht meine bevorzugten Schnorchelgewässer und nach meinem Einstieg in das Gerätetauchen 1963 auch Tauchgewässer.

Keine Kommune hat damals das Tauchen verboten, mit den Fischern kam man bestens aus, heute ist das alles etwas komplizierter.

Um den Alatsee (868 m ü. N.N.) ranken sich sehr sehr viele
Geschichten und Vermutungen,
welche aber alle in den Bereich „Märchen“ und „Phantasie“ einzustufen sind.

Angefangen von einer Tiefe von über 100 Metern mit Sanduhrformat über einen versenkten Nazischatz, über geheime und zugemauerte Höhlen sowie einer unterirdischen Verbindung zum tiefergelegenen Weißensee (788 m ü. N.N.), was bei einer Höhendifferenz von 80 m schon physikalisch unmöglich ist, bis hin zu einem Helmtaucher der Amerikaner, der unter einer Schicht verkeilter Bäume verschollenen sei.

Es soll auch jedes Jahr einen tödlichen Tauchunfall gegeben haben. Mir ist seit 1961 nur einer aus 1963 bekannt. Dieser Unfall hatte allerdings nichts mit irgendwelchen unheimlichen Mächten zu tun und auch nichts mit der rötlichen Schicht. Der Taucher erlag beim Apnoe-Tauchen, allgemein bekannt unter „Schnorcheln“ (also ohne Tauchgerät, nur mit Brille, Flossen und Schnorchel), vermutlich dem sogenannten Schwimmbad-Blackout und wurde aus 8m Tiefe geborgen.

Sicher gab es auch Badeunfälle mit tödlichem Ausgang. Mir sind aus der Chronik der Wasserwacht, welche ich rückwirkend bis zur Gründung 1947 aufgearbeitet habe, zwei Badeunfälle bekannt bei denen die WW im Einsatz war, einer aus 1995, bei dem eine vermisste Frau erst nach sieben Wochen geborgen werden konnte, und einer aus 2002.

Es gab zwar noch weitere Badeunfälle mit Todesfolge, welche aber in der WW-Chronik nicht verzeichnet sind. Diese bewegten sich aber im üblichen Rahmen eines beliebten Badesees und hatten sicher nichts mit dem See und dessen Beschaffenheit zu tun.
Auch den "toten" Taucher aus dem Kriminalroman Seegrund mit Kommissar Kluftinger gibt es nicht, er war nämlich noch lebendig.

Der Auslöser für das Tauchverbot (mit Ausnahmegenehmigungen) durch die Stadt Füssen Mitte der achziger Jahre hatte also nichts mit den „jährlichen Todesfällen von Tauchern“ zu tun, wie gerne argumentiert wird, sondern wurde auf Drängen der Fischer ausgesprochen, welche auf ihr Recht pochten. Darüber wurde ausführlich in der Presse berichtet.

Bereits Ende der 50er Jahre wurde der Saugkorb der Wasserleitung aus dem Alatsee zur Brauchwasserversorgung der nahe gelegenen Anwesen von Wasserwachttauchern jährlich gereinigt. Diese Leitung wurde dann 1973 von Tauchern der WW-Füssen, unterstützt vom THW und der Fa. Doser komplett erneuert. Vermutlich ist diese Wasserversorgung heute aber nicht mehr in Betrieb.

1973 habe ich dann mit 2 Kameraden der DLRG aus Bad Mergentheim erstmals den Seegrund in 32 m Tiefe erreicht. Wir waren uns sicher, eine der tiefsten Stellen erreicht zu haben. Dies wurde später auch von geographischen Messungen mit 32,1 m bestätigt. Auch bei späteren Tauchgängen wurden nie mehr als 32 m erreicht.

Warum mein erster Tauchgang zum Grund des Alatsees erst nach 10 Jahren Taucherfahrung erfolgte hatte seinen Grund.

In unseren Höhenlagen herrschen andere Druckverhältnisse als auf Meereshöhe und Tauchgänge werden deshalb unter „Bergseetauchen“ eingeordnet. Sie stellen sowohl an den Taucher als auch an die Tauchausrüstung erhöhte Anforderungen, weshalb nur ausreichend erfahrene Taucher in diesen Gewässern tauchen sollten. Wegen der erhöhten Lage müssen andere Umgebungsbedingungen beachtet werden als bei einem Tauchgang auf Meereshöhe. Die Tauchphysik verlangt dem Taucher hier einiges ab. Es verlängern sich z.B. die Dekompressionszeiten während sich die Nullzeiten verkürzen.

Außerdem werden in einem See, mit einer im oberen Bereich zwar guten Sichtweite, welche aber ab der unwirklich anmutenden und schleierhaften „Schwefelschicht“ schlagartig auf 0 m abfällt und einer (damals) unbekannten Tiefe an die Taucher große psychische Anforderungen gestellt. Auf Erfahrungsberichte von anderen Tauchern konnte auch nicht zurückgegriffen werden, da kein Taucher bekannt war, welcher den Seegrund bereits vor uns erkundet hatte. Auch das Ausmaß dieser Schicht war nicht bekannt und wir wussten nicht was uns erwartet.

Zwischenzeitlich wird der See regelmäßig zu Untersuchungen betaucht und die erheblich verbesserten Tauchgerätschaften lassen auch längere Tauchzeiten zu. Mit Hilfe von hochentwickelten Unterwasserkameras sind heutzutage auch qualitativ gute Dokumentationen möglich.

Der See ist sehr schwefelhaltig, was man auch deutlich an dem Geruch nach faulen Eiern feststellen kann. Daher kommt für den abfließenden Bach und den ostwärts liegenden Ortsteil auch der Name Faulenbach.

Je nach Wassertemperatur und Luftdruck schwankend, beginnt in der Regel zwischen ca. 8m und 16m Tiefe eine rötlich-violette Schicht, die auch unterschiedlich von 2 bis 5m dick ist. Mit zunehmender Tiefe wird sie dünner. Die Schicht war auch schon an der Oberfläche zu sehen, daher der Name „blutender See“. Diese Oberflächenverfärbung tritt aber sehr selten auf.

Diese Schicht sind Massenansammlungen von Schwefelbakterien, deren rötliche Zellinhaltsstoffe die Wasserverfärbung hervorrufen. Baktereologische und chemische Wasseruntersuchungen haben verdeutlicht, dass der Wasserkörper des Sees in einer Tiefe von etwa 15 Metern eine scharfe chemische Trennlinie aufweist. Ab dieser Tiefe geht der Sauerstoffgehalt schlagartig auf 0 zurück. Darunter sind sehr hohe Konzentrationen an Schwefelwasserstoff nachweisbar.
(Messwerte aus 1985: bei 16m 8 mg/ltr., bei 28 m 130 mg/ltr.)

Unter dieser Schicht, die allgemein auch als „Schwefel- oder Rotalgenschicht“ bezeichnet wird, ist der See ohne Lichteinfall und so stockdunkel, dass ohne Scheinwerfer keine Sicht mehr möglich ist, und dann nur, wenn das Licht von einem Gegenstand reflektiert wird, sonst ist alles schwarz.

Der See wird hauptsächlich durch Quellen gespeist, man sieht z.T. deutliche Trichter in Ufernähe. Dies begünstigt die Beschaffenheit des „Tiefenwassers“ welches auf Grund der Dichte von Kohlenwasserstoff schwerer als normales Wasser ist und dadurch nicht umgewälzt werden kann.

Im Dritten Reich wurden durch die Wehrmacht im See Strömungsversuche mit Flugzeugkanzeln und/oder Einmann-U-Uooten durchgeführt. Auch Werner von Braun ist Überlieferungen nach hier tätig gewesen. Das Gebiet um den Alatsee war damals Sperrgebiet.

Auf der Betonplattform westlich des Sees, am Hang zum Salober, waren Seilwinden angebracht und südöstlich auf der Betonplattform Umlenkrollen. Daran befestigt, wurden die „Gegenstände“ durch das Wasser gezogen, um das Strömungsverhalten zu messen und zu prüfen.

Angeblich seien am Nordufer neben der Straße mehrere Holzbauten gestanden, welche z.T. auch mit Kränen ausgestattet gewesen sein sollen.

Auf dem Grund des Sees befinden sich z.T. noch undefinierbare Metallgestänge, welche wohl aus dieser Zeit stammen.

Die Amis haben nach dem Krieg das Alatseeareal zum Sperrgebiet erklärt und u.A. im See nach Überresten von Hinterlassenschaften gesucht.

So Mitte der Fünfziger, als der Alatsee wieder frei zugänglich war, kann ich mich noch gut an eine Hütte mit Ruderkahnverleih erinnern, welche kurz vor der Gaststätte im Wasser stand. Von anderen Holzbauten waren nichts mehr zu sehen. Pfahlreste im Seegrund des Uferbereiches könnten allerdings auf solche Bauten hinweisen.

Seit Beginn der Sporttaucherei, Ende Fünfziger / Anfang Sechziger Jahre, wurden bis in die heutige Zeit immer wieder Granaten, Munition und Sprengsätze gefunden welche dem Munitionsräumdienst gemeldet wurden, der die brisanten Hinterlassenschaften dann entsorgte.

FAZIT
Der See ist ca. 32 m tief, es gibt keinen verschollenen Taucher, es gibt keine verkeilten Bäume, es gibt keine zugemauerte Höhlen, es gibt keine Verbindung zum Weißensee.

Ob bei den Amis ein Taucher ums Leben kam ist unbestätigt, wenn ja wurde der sicher geborgen, da es ja keine Baumschicht gab (und auch nicht gibt) die dies verhindert hätte und ein Helmtaucher an einer Sicherungsleine nicht so einfach „verloren geht“.

Ein versenkter Nazischatz ist zu 99,99 % auszuschließen, der einzige Schatz der in dem See liegt ist das Goldarmband meiner Mutter, welche es in den Fünfzigern beim Rudern verloren hat.

Die Daten wurden sorgfältig recherchiert und auf Stimmigkeit geprüft. Viele der Informationen sind naturgemäß Veränderungen unterworfen. Die Daten spiegeln den Stand zum Zeitpunkt der Erstellung wieder. Eine Haftung oder Garantie für die Richtigkeit und Aktualität der Angaben kann ich daher aus nachvollziehbaren Gründen nicht übernehmen. Für Hinweise und Anregungen bin ich jederzeit dankbar.

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